Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

Tubuläre Azidose

Der Begriff renal tubuläre Azidose (RTA) umfasst eine heterogene Gruppe von Nierenfunktionsstörungen mit Säure-Base-Störungen des Blutes, bei denen eine metabolische hyperchlorämische Azidose mit einer normalen Anionenlücke vorliegt und bei denen die Ausscheidung von Säuren reduziert ist. Bei allen Subtypen werden asymptomatische, aber auch symptomatische Verläufe beobachtet. Beschwerden können Müdigkeit und Schwäche in manchen Fällen auch Herzsymptome wie Herzrasen sein. Die Behandlung erfolgt durch eine Supplementierung von alkalischen Valenzen und Elektrolyten bzw. Therapie der zugrundeliegenden Ursache, z.B. Autoimmunerkrankungen wie das Sjögren-Syndrom.

Bei RTA Typ I liegt eine Ausscheidungsstörung für Protonen im Urinausscheidungssystem (distalen Tubulus) der Niere vor. Bei dieser Krankheit wird der Urin trotz des Vorliegens einer systemischen Azidose unzureichend angesäuert. Klinisch im Vordergrund stehen ein Hyperaldosteronismus, eine Verringerung des Blutvolumens, eine Hypercalciurie und eine Hypokaliämie. Häufig ist der chronische Verlauf mit Komplikationen durch Nierensteine und Nephrokalzinose (Nierenverkalkung) verbunden.

Bei RTA Typ II liegt eine Rückresorptionsstörung für Bikarbonat im Urinausscheidungs-system (proximaler Tubulus) der Niere vor. Ein typisches Kennzeichen ist daher ein hoher Bikarbonatverlust im Urin, welcher mit einem Natrium- und Kaliumverlust, Volumendepletion und Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems einhergeht. Eine RTA Typ II geht bei Kindern mit Wachstumsstörungen und rachitischen Veränderungen, bei Erwachsenen mit Osteoporose oder Osteomalazie einher. Eine Nephrolithiasis und Nephrokalzinose fehlen meist beim Typ II.

Der RTA Typ IV liegt eine verminderte Rückresorption von Natrium im Bereich des distalen Tubulus der Niere zugrunde, die durch einen Aldosteronmangel oder eine Aldosteronresistenz begründet ist. Protonen und Kalium werden vermindert tubulär sezerniert, so dass  eine hyperkaliämische Azidose auftritt. Die therapeutischen Ziele sind die Vermeidung einer lebensbedrohlichen Hyperkaliämie mit einer kaliumarmen Diät und Verzicht auf Kalium-sparende Medikamente.
 

Gesundheitliche Selbsthilfe:

Literatur:

 

 

Letzte Änderung: 27.07.2015 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
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